Dienstag, 1. Juli 2008

langsam merke ich, es ist nicht nur ne Grippe

Die Termine bei einer Allergologin versprachen endlich Licht ins Dunkel zu bringen, obwohl ich von dem was sie sagte, nur ansatzweise vielleicht 5% verstanden habe.

Ich mochte diese Ärztin ganz gerne, weil sie sich Zeit nahm und endlich wenigstens mal ein paar Diagnosen in den Raum warf. „Pseudoallergie, Histaminintoleranz, Urticaria. Ich konnte sie davon überzeugen, mich nicht in ein Krankenhaus einzuweisen und versprach ihr - täglich in die Praxis zu kommen und nur noch Reis und Kartoffeln zu essen. Ich ließ Unmengen von Blut dort und nach und nach trudelten die Ergebnisse ein. Ein paar Werte waren wohl toll, andere wieder nicht…. Der DAO Wert ( irgendein körpereigenes Enzym war wohl grottig niedrig ) also hörte ich das Wort Histaminintoleranz das erste Mal. Zu Hause gegoogelt und beschlossen, ach alles halb so wild, ein bischen auf die Ernährung achten und alles wird gut.

Dann irgendwann sollte ich alle Antihistaminika absetzten um einen Allergietest (Prick) zu machen. 2 Tage nach dem Absetzen ging es mir hundeelend und ich sehnte nur noch den Tag der Testung herbei, damit ich endlich wieder die AH´s nehmen kann. Am 4ten Tag schleppte ich mich in die Praxis und der Test begann – war aber leider schneller zuende als mir lieb war. Mein Arm schwoll auf die doppelte Dicke an, und ich schnaufte wie eine Diesellok. Ich saß 25 min alleine in einem Raum und dachte so bei mir, wenn jetzt nicht bald jemand kommt, gibst Du hier den Löffel ab und keiner merkt es. Irgendwann kam dann die Arzthelferin rein ( wohl eher zufällig) und ich zeigte ihr den Arm, sprechen konnte ich ohne husten eh nicht mehr. Sie meinte dann, naja Frau Doktor kommt ja eh gleich zu ihnen. Als sie dann reinschwebte, fragte sie mich allenernstes ob ich gekratzt hätte. Grummel…- und den Test könne sie jetzt vergessen….wir machen das in 2 Wochen noch mal – auf Wiedersehen und denken sie bitte an ihre Reisdiät. Mh… Ich bin dann nach Hause gefahren und irgendwie war mir zum heulen und zum lachen. Bin dann wegen der massiven Atemprobleme doch lieber noch beim Hausarzt vorbeigefahren, der mich gleich an eine Kortisoninfusion gemixt mit AH gehhängt hat und und : Es wurde besser !

2 Wochen später ging das selbe Spielchen nocheinmal von vorne los, 4 Tage vorher die Medikament absetzen, und dann Arme ausstrecken und losritzen.
Arm 1 - 20 Produkte,
Arm 2 - 20 Produkte und warten........immerhin war nun eine Helferin bei mir, die mich ständig beobachtet hat. Ich hatte allerdings eher das Gefühl, sie sei dafür da zu überwachen, das ich nicht kratze. Nach einer ¼ Stunde war mein rechter Arm eine einzige große Quaddel aber der linke ging noch. 5 - 6 Eurogroße Quaddeln und der Rest hielt sich im stecknadelkopfgroßen Bereich auf. Die Auswertung war extrem lustig. Alle Dinge die auf den rechten Arm aufgebracht wurden, wurden auf der Liste ausgenullt. ???? Warum ???? Die Dinge auf dem anderen Arm wurden gemessen, begutachtet und mit den Ergebnissen ++++ in die Liste eingetragen.
Reis hatte übrigens die größte Quaddel. Roggen war noch dabei, Gräser, Katze hatte nur 1 +, und noch andere Getreidesorten.
Ich fragte dann, ob ich denn nun mal mit der Reisdiät aufhören sollte, ja sagte sie es kann sein, daß es besser für sie ist, wenn sie nur noch Kartoffeln essen. Dann faselte sie noch was von Sensibilisierung, und die Katze muß weg....und was machen denn die Kopfschmerzen. Tja, die waren immer noch da. Das mache ihr große Sorgen und dem wolle sie unbedingt auf den Grund gehen. Termin in 2 Wochen. Diesmal brauchte ich nach dem Test kein zusätzliches Kortison und war eigentlich glücklich und zufrieden mit dem Ausgang. Ich sagte dann noch, sie möge bitte daran denken, mir nun den Allergiepass auszustellen den meine Krankenkasse mir schon Wochen vorher zugeschickt hatte. Tja, antwortete sie mir, da müsse sie ihre alte Schreibmaschine vorholen und den ausfüllen…. Hm das müsse sie dann wohl mal tun, mh aber eigentlich brauche ich ja keinen, wozu auch und sie hätte je sowenig Zeit für den Schreibkram….( alles sehr sehr seltsam – als ich die Praxis verließ habe ich sicherheitshalber noch mal auf das Praxisschild geschaut ob es tatsächlich eine Allergologin ist – ich hatte mich nicht getäuscht)

Dieselbe Ärztin hat Monate später meinem Hausarzt in den Bericht geschrieben, dass das Mitführen eines Allergiepasse zwingend notwendig sei…Irgendwie beschlich mich schon da das dumpfe Gefühl, nicht an die richtige Ärztin geraten zu sein. Letztendlich war ich aber zu schwach und zu kraftlos mich zu wehren und/oder nach Ersatz zu suchen, ich fand sie ja trotz allem sehr nett und bemüht. Bei allen Terminen dort sagte sie mir, wie sehr sie mein Fall beschäftigt und welche Sorgen sie sich um mich macht. Das schmeichelt einem ja auch. Noch dazu war meine Haut ja nahezu quaddelfrei juckte aber nach wie vor ziemlich. Also, optisch war ich ja quasi geheilt. Beim nächsten Termin bei ihr betrachtete sie meine Wirbelsäule und sagte, die Kopfschmerzen kämen eindeutig von der Wirbelsäule und spritze mir dort irgendetwas unter die Haut. 1 Woche lang täglich. Besser wurde nix, nur der Nacken war ständig taub. Von den immer schlimmer werdenden Muskel– und Knochenschmerzen habe ich lieber schon gar nichts mehr gesagt. Gut so ! Meine Histaminwerte wurden auch nicht besser und für mich wäre der Zeitpunkt gekommen adieu zu sagen, den habe ich dann aber leider verpasst !

Mittwoch, 4. Juni 2008

neue Ärzte - neue Diagnosen.....

Meine Rettung war dann der Tip meiner Psychologin, die ich mittlerweile 1 mal wöchentlich aufsuchte. Sie schickte mich zu einer Umwelt bzw. Naturheilkunde Ärztin. Ich war ziemlich skeptisch, da ich - als bis dahin sehr realistisch denkende Tochter einer Apothekerin- nichts von Heilpraktikern, Heilern und Kräutermixturen hielt. Deswegen war ich auch ziemlich verwundert als ich das erste mal mit meinen Fingern an den Augenbrauen da lag, klopfte und dabei summen sollte.
Das war das erste Mal seit Monaten, dass ich wirklich lachen mußte... ( wenigstens etwas ).
Dann wurden mir Dinge auf den Bauch gelegt, irgendwelche Acrylscheiben wurden hin und herbewegt und dann begann das Armdrücken. Hmmm…..naja..gut, denke ich mir, gib der Ärztin ne Chance…und außerdem ist es ja ein recht unterhaltsamer Zeitvertreib.


Ich machte also noch einen Termin aus und, naja, was soll ich sagen, ich fühlte mich plötzlich das erste Mal ernstgenommen. Aufeinmal bekam ich Antworten auf meine nie gestellten Fragen, viele Dinge machten aufeinmal einen Sinn und ich verstand plötzlich was mein Körper mit mir tut. Irgendwann kam zu der Diagnose Histaminintoleranz noch eine Palladuimvergiftung und eine Palladiumallergie. Und ich bekam sofort (man darf den anscheinend auch mit der Hand ausfüllen.....) einen Allergiepaß und Notfallmedikamente in die Hand gedrückt ohne die ich das Haus nicht mehr verlassen sollte. Dieses hat mir schon viel Ärger und Diskussionen in Arztpraxen, der Krankenkasse und Notaufnahmen erspart.
Mh...tja was bitte ist Palladium ? Mein Mund ist voll mit Brücken und Kronen die alle mit Metall unterlegt sind. Toll. Könnte es sein, daß meine schon eigentlich Jahrzehnte andauernden Zahn und Kieferprobleme damit zusammenhängen ??? Fragen über Fragen. Und vor allem, was nun und wie geht es weiter. Noch in der Praxis habe ich sofort sämtlichen metallhaltigen Schmuck abgelegt... seit dem lebe ich zeitlos...ohne Uhr...geht auch und mir wurde das erste Mal gesagt : Sie sind sehr schwer krank


Ich bin sehr froh, daß es Sie gibt Fr. Dr. Th.

Dienstag, 3. Juni 2008

...."sehen Sie die Krankheit als Chance"...hääääää ????

Das waren so ungefähr die ersten Worte meiner Psychologin im Erstgespräch.

Was soll denn das ???? "

Jetzt hast du eine blöde Krankheit. Nimm sie an. Mach das Beste draus." Wie soll man aus einer Krankheit das Beste machen?" - "Wie soll man aus ihr einen Sinn ziehen?"

Egal wie sehr man darüber nachdenkt. Die Krankheit selbst wird doch ohne Sinn bleiben, sinnlos also. Nutzlos. Unnütz. Etwas, das man nicht braucht.
Aber die Krankheit verändert das Leben. Nicht nur meines, sondern auch das meiner Familie. Und dabei nicht nur, wie ich am Anfang dachte, ins Negative.

Meine Krankheit wurde für mich zu einem Katalysator für die Sichtweise auf mein Leben.

Hey, ich bin in einem Loch – hol mich hier raus….mehr will ich ja gar nicht….,

Das Loch war noch nicht so tief..... Tabletten, regelmäßig zum Arzt. Ansonsten: Verdrängung.
Irgendwann: Noch eine Sorte Tabletten mehr. Fertig.
Nach Wochen wurde dieses Loch so tief, dass ich glaubte, den oberen Rand ohne professionelle Hilfe nie mehr erreichen zu können.


Das Leben ist endlich,
die Lebenszeit begrenzt


Plötzlich stelle ich soetwas fest..... mh, warum habe ich da noch niemals vorher drüber nachgedacht ? Ich habe mir doch immer nur Sorgen um das Leben Anderer gemacht…dann stelle ich zu meiner Freude auch noch fest: Hej, das Leben aller Menschen ist endlich und ihre Lebenszeit ist ebenfalls begrenzt.
Immer wieder höre ich ein Lied von "Bon Jovi":

It's my life
and it's now or never
ain't gonna live forever
I just want to live while I'm alive.

Es ist mein Leben
Es ist jetzt oder nie
Ich werde nicht ewig leben
Ich möchte eben leben während ich am Leben bin.
......................

Die Sorgen um meine Zukunft
verändern die Zukunft nicht
Die Krankheit hat mich und meine Sicht auf das Leben sehr verändert.

Was habe ich in den letzten 20 Jahren eigentlich gemacht ? Irgendwie habe ich nur funktioniert, war immer für alle anderen da, habe gearbeitet und mir Sorgen gemacht. Sorgen um andere Menschen die mir nah( oder auch nicht so nah ) waren. Wie ein Magnet habe ich alle Probleme angesaugt und dann meistens zur Zufriedenheit gelöst. Darin war ich Weltklasse. Aber niemals war Zeit für mich. ( Im Verdrängen eigener Gedanken habe ich auch zumindestens 1 Goldmedallie verdient). Unruhe war meine Haupteigenschaft. Ich hatte früher keine recht deutliche Vorstellung von meiner Zukunft, keinen Lebensplan. Niemals habe ich es gewagt über das chaotische Verhältnis zu meinen Eltern und die doch recht seltsame Familiensituation nachzudenken. Kamen solche Gedanken einmal hoch, wurden sie ganz schnell mit Alltagsproblemen gedeckelt. Es wurde eben nur immer schnell schnell Schadensbegrenzung betrieben und gut war. Heute sind meine Vorstellungen von der Zukunft klarer.
Ich will aufräumen in meinem Leben…
ich will viel mehr Zeit für mich und meine Gedanken,
will für mich da sein,
will für mich Sorgen,
ich will wieder das Leben spüren, das Gute und auch das schlechte.
Was nützt es, wenn ich mir Sorgen wegen meiner Krankheit mache, und stolpere morgen die Treppe hinunter und breche mir das Genick. Ich will sorgsamer mit mir und meinem Körper umgehen und will mein Lachen nicht verlieren, aber ich werde nicht zulassen das die Krankheit von mir Besitz ergreift.

Irgendwann nämlich traf mich dieses wie ein Schlag:
Nur Sorgen machen verändert meine Zukunft nicht, aber sie belasten meine Gegenwart.
also habe ich angefangen, in meinem Leben aufzuräumen.
Habe „Ballast“ abgeworfen und fühle mich schon ein bisschen erleichtert.
Ich habe „Freunde“ zu „Feinden“ gemacht,
Bekannte sind zu Freunden geworden,
viele Menschen gibt es einfach nicht mehr in meinem Leben,
ich nutze die Zeit – auch mal zum „Nichtstun“ und denken,
Meine Freiräume werden in Zukunft auch meine Freiräume bleiben – und dass ganz ohne schlechtes Gewissen.
Ich werde öfter „Nein“ sagen und auch dabei bleiben – mit einem Lächeln im Gesicht.
Und ich habe angefangen meine Vergangenheit zu überdenken und viele viele Dinge sind mir auf einmal klar und ich verstehe warum mein Leben bisher so gelaufen ist…..
und das alles fühlt sich gut an für mich.

Ich habe zwar eine blöde Erkrankung. Ich kann es nicht ändern. Meine Zukunft ist ungewiss (wie die aller anderen Menschen auch). Darum sollte ich mich vielleicht besser auf die Gegenwart konzentrieren. Dieses "Jetzt", das ist der wichtige Part im Leben. Ob man eine Krankheit hat oder nicht. Das alles führt natürlich auch zu „Rückschlägen“ denn nun wollte ich natürlich sofort jeden guten Tag nutzen um ja nichts zu verpassen, allen zu beweisen, dass ich noch am Leben bin. Nach dem Motto: "Ausruhen kann ich mich, wenn ich tot bin." Inzwischen nutze ich meine doch recht spärliche Energie sehr bewußt. Und trotzdem intensiv. Ich breche nicht mehr vor Wut zusammen, wenn ich merke das bestimmte Dinge einfach noch nicht wieder gehen. Ich freue mich einfach nur, wenn ich ohne Konzentrationsstörungen mal ein paar Seiten in einem Buch lesen kann, wenn es mir gelingt, den Kampf mit den Spannbettlaken zu gewinnen, oder ein kleiner Einkauf mich nicht übermäßig belastet. Aber mein Leben bleibt anders als vor der Krankheit, denn ich habe das Gefühl, bewusster zu leben. Ich freue mich morgens über jeden Sonnenaufgang, ich schiebe Dinge nicht mehr vor mir her, ich gehe nicht mehr gedankenlos mit mir und meinem Körper um, kann endlich auch einmal jemanden um Hilfe bitten ohne schlechtes Gewissen, ich genieße die Stille und lerne Menschen kennen, die ich meinte schon lange zu kennen, ich lache viel, ich lebe und ich liebe….alles sehr viel bewusster.
Und ich habe auch meine schlechten Tage...

........und nochetwas habe ich gelernt : Psychologie ist superspannend.....Danke Frau B.

was ist Histaminintoleranz ?

Ursache : Histamin wird im Körper durch das Enzym Diaminoxidase (DAO) abgebaut. Bei einer Histaminintoleranz ist die Aktivität dieses Enzyms eingeschränkt und durch die Nahrung aufgenommenes und im Körper gebildetetes Histamin kann nicht oder nur teilweise abgebaut werden.
Beim Verzehr histaminhaltiger (z. B. Rotwein oder Hartkäse) oder histaminfreisetzender Nahrungsmittel kommt es zu einer pseudoallergischen Reaktion des Körpers. Auch bei körperlicher Anstrengung (z. B. joggen) oder seelischer Erregung (Prüfungs-Nervosität) schüttet der Körper vermehrt Histamin aus.
Außerdem gilt es noch zu erwähnen, dass der Körper im Zuge von Infektionskrankheiten (z. B. grippaler Infekt) eine geschwächte Abwehr hat und somit bei histaminreicher Ernährung noch empfindlicher ist, als sonst. Außerdem gibt es viele Medikamente, die das Enzym Diaminoxidase blockieren, und somit wiederum eine erhöhte Histaminbelastung für den Körper darbieten

Symptome einer Histamin-Intoleranz können sein: Rötung und Hitzegefühl des Kopfes, Kopfschmerz, See- bzw. Reisekrankheit, behinderte Nasenatmung (entweder durch Engstellung oder auch Fließschnupfen, Nasenschleimhautschwellung, Magen-Darm-Beschwerden (von Krämpfen über Blähungen bis zu Durchfall, oft fälschlicherweise Reizdarm diagnostiziert), Flatulenz, chronisch-niedrigem Blutdruck (Hypotonie), bronchiale Obstruktion bis zu Asthmaanfällen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen und Nesselsucht (chronisch und/oder akut) sowie Neigung zu Ekzemen. Weitere Symptome sind Sekundenschlaf beim Autofahren wegen Anschwellen der Nasenschleimhäute und damit verbundener Schlaflosigkeit bzw. Apnoe in der Nacht.

......das hab ich von Wiki geklaut....

Montag, 2. Juni 2008

Was bis jetzt diagnostiziert wurde :

Schwere Histamin Intoleranz ( DAO Wert 1,0 Histamin im Blut 6,2 )
Laktoseintoleranz ( nix mehr mit Milch )
allergisches Asthma

Mastozytose
Urticaria ( Nesselsucht)
Neurodermitis
Allergien gegen Gräser, sämtliches Getreidesorten, Hausstaub, Nüsse, Soja, sämtliches Kern und Steinobst, Reis, fast alle Gemüsesorten, Palladium, ein bisschen Katze und gefühlte 1000 Dinge mehr.......
Schwere Palladiumvergiftung
Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
Kiefernhöhlenentzündung
und den Rest hab ich vergessen

Freitag, 16. Mai 2008

Wirre Gedanken.........

...ein Tag ohne atmen
...ohne Licht und ohne lachen
...flügellahm liege ich da und träume von einer schmerzlosen, warmen Leere
...und es folgt unruhiger bunter Schlaf ohne happy end
...Minuten der ersten Energie gehen schnell über in Enttäuschung wieder nichts aus dem
bischen Kraft geschaffen zu haben.
...aufraffen, loslegen und keine Angst es wird schon gehen
...das Leben ohne lachen ist nicht meins
...habe Hoffnung, Gas geben, loslaufen, loalachen – welch tolle Aussicht auf mein Leben.
...mutmachen, die Schmerzen weglegen – in die hinterste Schublade und loslegen – das ist mein
Traum



Welch tolle Überraschung wird es sein, wenn das alles mal wieder funktioniert




Ich freu mich drauf

Mittwoch, 30. April 2008

Mein erster Ausflug in die Welt von Heilpraktikern, Kügelchen und "Hokus Pocus"....

Nachdem ich mich ja nun schon in „Behandlung“ einer Psychologin begeben hatte, war der Besuch eines Heilpraktikers ja vorprogrammiert. Wenn schon - denn schon ! Wenn man „eigentlich gesund“ ist und kein „richtiger“ Mediziner so wirklich was findet – dann geht man dorthin….so waren meine Gedankengänge solange ich denken kann. Habe immer skeptisch geschaut, wenn jemand seine Kügelchen vorzeigte, oder von Pendeln, Wasseradern und Hypnose sprach. Für mich alles Quacksalber und irgendwelche Überirdischen, die in mein „wirkliches“ Leben nicht reinpassen. Dieser Eindruck sollte ersteinmal bestätigt werden. Nach einem Vorgespräch begann der Heilpraktiker mit seinen Untersuchungen. Er machte eine Augendiagnose und sagt : Sie haben sehr viele Allergien…..na toll – das war mir nicht ganz neu. Dann lag ich auf einer Liege, hatte einen Metallstab in der Hand und er strich mit irgendetwas über meinen Körper….Er stellte tatsächlich fest, das mein Körper Wasser einlagert….mh, tja ca 10 kg schätze ich mal durchs Kortison, das sagte ich ihm dann auch….und er – ahchja…das mag wohl ein, aber muß nicht. Und dann sagte er noch, machen sie viele Waldspaziergänge, dann geben sich die Allergie von alleine, weil sich der Körper dann dran gewöhnt. So so und das mitten im Frühjahr – warum bin ich nicht von alleine drauf gekommen ? Das ist ja einfach. Ich habe es dann lieber gelassen – sowohl die Spaziergänge im Wald, als auch die weiteren Besuche bei diesem Herren.

Im Nachhinein muß ich für mich feststellen, dass dieser Heilpraktiker von mir überhaupt keine Chance bekommen hat, weil da meine Einstellung zu meiner Krankheit noch eine ganz andere war und ich immer noch dachte, gebt mit Tabletten, oder Spritzen, ich schone mich noch 1 – 2 Wochen, und dann bin ich wieder gesund.

Schick war im Anschluß noch seine Rechnung, für das Geld hätte ich gut und gerne 1 Woche Urlaub machen können. Und so viel Spaß hatte ich in der Praxis auch nicht….. aber ich bin zu Schwach und zu lethargisch um mich damit auseinander zu setzten…..leider

Dienstag, 15. April 2008

ich glaube es hat klick gemacht....

Powerfrau
Aufstehen, duschen, fit sein für den Tag, einen Kaffee runterstürzen, Lächeln aufsetzen und den Tag besiegen wollen. Schnell noch Energie und Fröhlichkeit an der Garderobe abholen und los geht das Schauspiel. Alles gemeistert, Eindruck geschunden, Erfolge verbucht und oberflächlich gelebt. Freunde beglückt mit guter Laune, immer dabeisein – das ist wichtig. Nur nichts verpassen. Irgendwo ein kleines Problem, oder darfs eventuell auch eine große Katastrophe sein…egal wie spät es ist, ich bin dabei. Schlaf – ach Schlaf brauch ich nicht….wer schläft ist alt und verpasst das Leben. So wird jeder Tag zum Erlebnis, zur Herausforderung. Stolz den Tag verabschieden und den nächsten planen, damit nichts schief geht. Kurz vor dem Einschlafen – das Herz stolpert – warum nur ? Unruhiges Leben – unruhiges Herz… ich fühle mich gut …. Lebenslüge ?

Und nu….
Aufwachen, den neuen Tag spüren, Kopfkino auf schöne Bilder programmieren…langsam und behutsam den Körper aufwachen lassen und sich freuen, das es nicht schlimmer geworden ist. Den ersten Kaffee genießen. Nur lächeln wenn einem auch danach ist und weinen können wenn man traurig ist. Das Ja – Sagen hat ein Ende…..jetzt ist Nein – Sagen aktuell…..und nicht alle Freunde müssen Freunde bleiben und fremde Probleme sind nicht meine – sondern fremde eben……Das tut mir gut

Sonntag, 30. März 2008

..wie man mit einer "Reisdiät" 15 Kilo zunimmt...oder man kann Kortison auch hassen...

Da liegt man seit Wochen eigentlich völlig unproduktiv nur rum, wälzt sich von einer Seite auf die andere und wird von Tag zu Tag fetter und unbeweglicher. Nach wie vor besteht mein Speiseplan aus Reis, Kartoffeln, Salatgurke und noch ein paar anderen völlig unbedeutenden geschmacklosen Dingen. Vor meinem „geistigen“ Auge laufen eigentlich permanent leckere Menüfolgen ab und ich leide….und irgendwann merke ich das wohl die Temperatureinstellung meiner Waschmaschine kaputt sein muß…..alle Klamotten spannen plötzlich – die müssen eingelaufen sein. In den Spiegel schaue ich schon lange nicht mehr…und irgendwann steige ich mal auf die Waage – die muß auch kaputt sein…..oh mein Gott : ich wiege fast 70 kg…dunkel erinnere ich mich an mein Gewicht im Sommer 2007…. Da wog ich 57 kg ! Das können keine Rundungsdifferenzen sein. Scheiß Kortison ! Bewegung muß her und das Kortison muß weg. Also bespreche ich mit meinen Ärzten den „Ausschleichplan“ und dosiere runter. Die ersten Wochen geht das völlig problemlos, das Gewicht stagniert aber ich nehme nicht mehr zu. Alles anscheinend ganz easy denke ich und bin total zuversichtlich. Mit weniger Kortison komme ich also auch klar. Toll. Dann habe ich runterdosiert auf 12 mg tgl. und der Alptraum begann. Nachts um 3 begann „der Mann mit dem Messer“ meine Gelenke zu bearbeiten. Das war ziemlich heftig und ich konnte diesen Schmerz durch nichts verändern. Laufen war fast unmöglich, Kälte half nix und Wärme machte alles nur noch schlimmer. Oft liefen mir nachts vor Schmerzen die Tränen runter und ich wollte sterben. Pünktlich morgens um 6 Uhr nachdem ich meine vorgeschriebene Dosis von dem Teufelszeug nahm verschwanden diese Schmerzen nach kurzer Zeit. Aber nach 4 Wochen war auch der Spuk vorbei und ich kam mit 24 mg pro Woche hin. Toller Nebeneffekt waren mindestens 4 Stunden Schlaf am Stück….nur mein Gewicht veränderte sich nicht…. Mittlerweile passte ich nicht einmal mehr in meine Schlabberjeans. Krank und Fett ist geht gar nicht. Meine Mutter meinte eines Tages zu mir :“Iß doch nicht so viel, Du wirst langsam fett !“…..ach Mama, Du wirst mich niemehr verstehen – da in deiner Welt…und ich verfluche die Demenz, denn es gibt einfach Momente wo auch ich mich mal trösten lassen möchte. Mich fallenlassen können und mal für einen kleinen Moment mal wieder Kind sein dürfen….
Und nun, Ende März habe ich es geschafft . Kortisonfrei !!!! Und tatsächlich nehme ich im gleichen Tempo ab, wie ich zugenommen habe. Nie wieder, hoffe ich – muß ich dieses Teufelszeug in so hoher Dosierung nehmen. Ich bin mir sicher, dass mir dieses Medikament das Leben gerettet hat, aber in Zukunft werde ich verhindern, dass es überhaupt wieder nötig
wird. …….

Und morgen habe ich Geburtstag und werde bei „Pana“ schlemmen…..
nächstes Jahr feiern wir wieder alle zusammen – versprochen !

Donnerstag, 21. Februar 2008

wo ist bloß das Licht ..............?

An die nächsten 2 Monate kann ich mich nur schemenhaft erinnern.
Hochdosiertes Kortison und Hammer Antibiotika verschleiern meine Erinnerungen total.
Tägliche Infusionen, bis zu gefühlten 37 Tabletten am Tag ( die meisten gegen die Nebenwirkungen von anderen) und ein Leben ohne Schlaf….eben Dämmerzustand....

Innerhalb von 4 Wochen nahm ich knapp 15 Kilo zu, bekam das typische Kortisongesicht, überstand etliche Fressattacken und verbrachte Weihnachten ohne es zu registrieren – nichteimal der Besuch meiner Schwiegermutter regte mich auf. Von meinem Mann bekam ich einen Plüschhamster geschenkt. Wie witzig ! ........und da war doch noch was mit nem Hamsterlaufrad
Der Ausschlag kam und ging wie er wollte und eine Diagnose hatte ich immer noch nicht.
Die Nächte verbrachte ich überwiegend sitzend im Bett um Asthmaanfällen vorzubeugen, meine Stimme war fast gänzlichst weg. Ich quietschte wie Micky Maus. Anfang Januar dann der erste Versuch das Kortison runterzudosieren, schlägt fehl… dann los, die Ärztemaschinerie fängt an zu laufen. Mein Hausarzt ist der beste, den ich mir wünschen kann. Mein Blutbild war eine Katastrophe, Er schickte mich zum Lungenfacharzt, zum Radiologen, Allergologin, Gastrodingens, HNO etc..etc…und jeder hat ne andere Idee, einen anderen Befund aber richtig sicher war sich keiner. Im Universitätskrankenhaus wurde mir gesagt, cremen sie sich einfach öfter ein, dann geht das sicherlich weg und schickten mir für diesen rasend wichtigen Tip eine Rechnung in 3stelliger Höhe mit der Diagnose : Vitaminintoleranz !

Gleichzeitig habe ich auch im Januar wieder angefangen zu Arbeiten. Immerhin war ich ja fast 8 Wochen zu Hause. Das reicht ja wohl um wieder gesund zu werden....also quälte ich mich jeden Morgen ins Büro, um unter Aufwendung meiner ganzen Kraft zu lächeln, Spaß zu machen und den Schreibtisch leer zu bekommen. Nach 4 Wochen war ich auf dem aktuellen Stand, der Schreibtisch war wieder zu überschauen, ich war total platt und bekam als Dank am 01. Februar meine Kündigung überreicht . Das Schicksal eines Freiberuflers hatte zugeschlagen.....und ich durfte nach Hause in mein Bett - im Nachhinein hat mir das wohl das Leben gerettet, denn ich glaube nicht, dass ich noch länger als einen Monat durchgehalten hätte.....so wird einmal mehr eine schlechte Nachricht zur Chance.....