Mittwoch, 30. November 2011

never ending story...

Langsam werde ich grantig und unleidlich. Meine Katastrophensituation hat sich keinen Deut gebessert. Im Gegenteil, je länger ich darüber nachdenke umso schwieriger und schmerzvoller wird sie. Spätestens jetzt weiß ich klar zwischen Gelenkschmerzen und seelischen Schmerzen zu unterscheiden. So deutlich hätte ich das aber nun auch nicht gebraucht. Meine Tante stirbt, und ich bin unendlich leer. Muss denn diese Prüfung so unendlich schwer sein ?
Langsam bekomme ich einen Klinikkoller und will raus hier….dann aber auch wieder nicht…. Muss hier raus, denn hier von der Klinik kann ich nicht agieren, handeln oder planen. Auf der anderen Seite bin ich hier sicher und geborgen. Aber so geht es auch nicht, es lähmt mich, nichts tun zu können…ich will hier weg. Die dunkle Jahreszeit mit den um 16 Uhr stockdunklen Nachmittagen lähmt mich noch mehr. Der dritte komplette Patientenwechsel auf der Station macht mich irre, ich mag mich gar nicht mehr auf neue Menschen einlassen. Irgendwie geht es nicht mehr mit aber auch noch nicht ohne. Mir wird nun vorgeschlagen, ein neues Medikament nicht in Kiel sondern in einem Hamburger Krankenhaus einzuschleichen. Mir soll es nur recht sein, endlich rührt sich etwas. Viele viele echt gute, aber auch schmerzhafte Gespräche mit meiner Therapeutin haben mich zurechtgerückt – ein bisschen und mir viele viele Ansätze mit auf den Weg gegeben. Nur leider sehe ich da so gar keinen Weg – noch nicht. In einer „Schmerzgruppe“ flippe ich plötzlich komplett aus, verlasse den Ort des Geschehens und schmeiße meinen Ordner völlig unkontrolliert gegen eine Wand um dann völlig durchgeknallt und aggro fast noch eine Tür einzutreten. Herr im Himmel, nun drehe ich komplett durch.
Impulsdurchbrüche.
Ich lerne Skill´s und finde es ziemlich albern – aber sehr sehr hilfreich und eine schon vor unzähligen Jahren gestellte Diagnose taucht plötzlich wieder auf.
Endlich wird von Entlassungsterminen geredet. Bin erleichtert – weil es geht nicht mehr, kann mich hier nicht mehr Wohlfühlen und es wiederholt sich alles zum xten Mal. Schmerztherapie bis zum erbrechen ist auch kontraproduktiv. Einzig und alleine die Einzeltherapien bringen mich noch ein bisschen weiter und das eine oder andere Mal zum lachen. Bin so lebensmüde – im wahrsten Sinne des Wortes und weiß dennoch ganz genau – ich habe noch so viel vor, habe Bock auf das was da noch kommt und bin neugierig.
Sitze gut 1 Woche auf meinen gepackten Sachen und warte auf ein Bett im neuen Krankenhaus…. Es vergeht Tag um Tag und irgendwie eiern alle rum….. später klärt sich das auf, es gab einen Noro Virus im Angedachten Krankenhaus. Warum sagt man mir das nicht einfach ? Dann eben alternatives Krankenhaus, direkt vor meiner Wohnungstür. Mir ist mittlerweile alles recht. Will keine Schmerzen mehr, will hier weg und will, dass alles schnell – ganz schnell ganz doll wieder gut wird. Habe keine Lust mehr auf spedierende Medikamente und bin letztendlich froh, am 24. November die Klinik im Taxi verlassen zu können um ins nächste Krankenhaus verlegt zu werden. ( es sind tatsächlich aus ursprünglich mal 3 Wochen nun 3 Monate geworden… ich glaube es selber kaum…)

Freitag, 30. September 2011

und nun auch noch der September....

Langsam nimmt das ganze hier Gestalt an. Viele viele echt nette Menschen auf meiner Station und echt viel zu tun den ganzen Tag. Ein Termin jagt den nächsten und ich werde langsam aber sicher fast nackig gemacht. Alles sehr auf Psychotherapie ausgerichtet, aber ich kann mich darauf einlassen und versuche den Sinn in einer Psychotherapie für Schmerzpatienten zu sehen. Entspanne mich nach Herrn Jacobsen im Gruppenraum, besuche eine Burn out Gruppe mit einigen recht sagen wir mal extrovertierten Teilnehmern, erfahre von Dingen, die ich eigentlich nicht von wildfremden Menschen wissen will und fange langsam aber sicher an wieder nachzudenken. Eine Einzeltherapeutin habe ich auch, aber so schnell lasse ich meine Fassade nicht fallen, wo kommen wir denn da hin ?
Die Tage hier gehen schnell rum, man ist den ganzen Tag irgendwie unterwegs und irgendwie sind meine 3 Wochen rum und ich möchte eigentlich gar nicht wieder nach Hause. Es fühlt sich ganz gut hier an, und meine Entzugssymptomatik wird von Tag zu Tag besser. Ich bewege mich hier recht viel und kann tatsächlich auch schon wieder ein paar Stunden am Stück schlafen. Das fühlt sich gut an.
Meine Lieblingstante liegt im sterben und ich kann nichts tun…. Würde es nicht einmal bis zum Flughafen schaffen….bin traurig, kann aber nicht weinen….
Und dann kommt auf einmal die Faust auf mich zu und trifft mich mitten ins Gesicht. Als ob ich aufgewacht bin aus einem Tiefschlaf…. Alle Mauern um mich rum werden von Tag zu Tag bröckeliger und fallen wie ein Kartenhaus zusammen. Eine email vom Mann im Anzug zerreißt mich komplett, mein Leben gerät aus den Fugen, komplett und ich finde mich nicht wieder. Ich kann der Realität nicht mehr ausweichen und weiß genau, dass ich nun ein echtes Problem habe. Nicht nur, dass eine wirklich lange Episode meines Lebens zu Ende geht, sondern auch mein Lebensmittelpunkt, sprich mein Dach übern Kopf ist auf einmal so gut wie weg. Will weglaufen, aufgeben, bin das erste Mal in meinem Leben so wirklich ratlos und vor allem mutlos. Was ein Glück, dass ich im Moment in guten Händen hier bin, Menschen die mich stützen, die mir Krücken reichen und Menschen die mir wirklich helfen wollen. Ich könnte diesen ganzen Psychokram hier täglich mindestens 3 mal verfluchen, aber letztendlich hilft er mir auch täglich klar zu sehen, den Tatsachen ins Auge zu sehen und nicht durchzudrehen. Was für eine totale Scheiße ! Entlassen werde ich im September wohl eher nicht mehr….. es gibt Menschen, die Angst um mich haben…..

Mittwoch, 31. August 2011

der Rest vom August.......

Anreise in Klinik Nr. 2. Nur 45 Minuten Autofahrt von zu Hause entfernt. Ich habe keine Lust wieder wegzufahren. Verabschiede mich für weitere 3 lange Wochen von der traurig dreinschauenden Katze und fahre bepackt bis unters Dach mit dem Smart los. Ca. 4 Stunden später bin ich wieder zu Hause. Die Koordination zwischen den beiden so emsig zusammenarbeitenden Krankenhäusern scheint zu lahmen. Mein „Bett“ sei erst in 1 Woche frei….. heimlich in mich reingrinsend fahre ich gerne wieder Richtung Hamburg und freue mich auf eine Woche Erholung zu Hause.

3 Tage später fahre ich dann doch wieder los, ein Bett sei frei, je eher umso besser denke ich, denn so richtig gut geht es mir nicht, kann immer noch nicht schlafen, bin mega unruhig und merke, dass so ein Entzug doch etwas für länger ist.
Beziehe in der Kinik ein wirklich schönes Einzelzimmer und wundere mich über seltsame Schilder vor den Patientenzimmertüren auf denen so etwas wie „Bürgermeister“ „stellv. Bürgermeister“ und ähnliche Seltsamkeiten steht. Ich höre mehrfach am Tag ich soll ersteinmal ankommen und werde von einem Paten durch das Krankenhaus geführt. Hmpf…. Alles in allem sehr gewöhnungsbedürftig, aber immerhin ist das Zimmer nett, die Ärzte scheinen auch zu wissen was sie tun und das Essen sieht genießbar aus….. 3 Wochen werde ich das hier schon überstehen, frage mich allerdings was ich hier den ganzen Tag tun soll….. fühlt sich jetzt schon langweilig an, denn laut Ärztin darf ich das Krankenhausgelände nicht verlassen wegen meiner Allergien und der Versicherung und und und….

Sonntag, 14. August 2011

der "Entzug"











Eine Reise ins Ungewisse ist nun fast vorbei. Uniklinikum Kiel Station ISPS fast 4 Wochen. Was bleibt ist ein schlapper, ausgelaugter Körper, dem jegliche Energie fehlt, der jegliche Anstrengung mit Krämpfen quitiert und ein wacher Kopf ohne Schleier, aufmerksame Augen und viele gute und schlechte Gedanken. Wie war es, wurde ich nun in den letzten 3 Tagen zu Hause oft gefragt und mir fehlen die Worte für das was ich da erlebt habe. Nette, nein supernette Schwestern und Pfleger, die alles möglich machten dass es einem so gut wie möglich geht…. Viele schlaflose Nächte, die ich schlafend aber körperlich wach in den Fluren des Krankenhauses an Wände gelehnt lief um Zuckungen, Brizzeln in den Gliedern und Schmerzen zu unterdrücken. Viel Musik auf den Ohren nachts beim Laufen mit Medikamentenpumpe "Otto",

Gehwagen "Paul" oder nur auf eigenen wackeligen Beinen. Gefühlte 10 km pro Nacht im Dämmerlicht. Schmerzen, Krämpfe aller inneren Organe, Übelkeit, Kotzen, das Gefühl Eiswasser würde durch die Adern gepumpt und Gänsehaut wie Legosteine. Tagelanges vor sich hin vegetierens mit unbändigem Bewegungsdrang gestoppt von Blutdruck 60 zu 40. Herzrasen und nächtliches schwitzen war noch das harmloseste. Blödes Gefühl halt gepaart mit dem Wunsch es möge bald besser gehen. Ein nächtlicher Zusammenbruch auf dem Flur und ein allergischer Schock mit zuschwellender Luftröhre. Zusätzlich das erleben vom Tod im Zimmer nebenan und ein paar Räume weiter das erleben eines schleichenden Todes. Halt auch Palliativstation. Dabei erleben wie wertvoll die verbleibende Gesundheit ist, motivierend und traurig zugleich. Das Wissen, ich kann diese Station auf eigenen Füssen verlassen…. Nette oberflächliche Gespräche mit psychopatischen Mitpatienten, die immer auf der Suche nach Medikamenten waren…eine unfähige Psychologin, die mich zur Weißglut getrieben hat mit ihrer kalten harten Art, tolle Physiotherapeuten, dir etwas Linderung verschafften – und das täglich ….eine mega Eisdiele auf dem KH Gelände, sich fühlen wie 90, mit Rollator kaum eine kleine Anhöhe erklommen, wieder und wieder Schmerzen überall. Kein Kindergeburtstag so ein Entzug….plötzlich ohne Schmerzmittel, klarer im Kopf dafür kommen die alten doofen Gelenkschmerzen wieder voll durch, war es das wert ? Fragen über Fragen. Aufeinmal ertappe ich mich dabei wie ich pfeifend über das Krankenhausgelände stromer. Wow ! kurzes Zwischenhoch ! wie schön. Einschleichen von neuem Schmerzmedi schlägt fehl, schade denn ich fühlte mich wie nach 2 Flaschen guten Rotweins, nützt nur nix wenn gleichzeitig die Luftröhre zuschwillt. Nun sitze ich ohne Schmerzmedi zu Hause schon wieder auf gepackter Tasche um morgen in die nächste Klinik zu fahren. Lustlos – wirklich ! Hoffnungslos, das mir dort ein Medikament gegen die Schmerzen eingeschlichen wird aus Angst meiner körperlichen Reaktionen. Mist das. Also, danach wohl noch mal Uni Kiel. Örgs. Quäle mich weiterhin durch die ruhelosen schlaflosen unruhigen Nächte und freue mich wenn ich in den Morgenstunden vor Erschöpfung etwas wegdämmere. Nie mehr Morphin…… hoffentlich bin ich da so sicher ! Bin mir im Moment noch nicht sicher ob der klare Kopf und die wachen Gedanken reichen, mir den Schmerz im Körper schön zu reden. Noch viel zu schlapp darüber zu entscheiden….. lasse die Zeit entscheiden….Unruhe trotzdem

Freitag, 22. Juli 2011

schon fast 5 Tage da.........

nun bin ich schon seit Montag morgen um 10 Uhr hier in Kiel auf einer Station, deren Namen ich mir nicht merken kann. Aber es ist sehr nett hier und ganz entgegen meinen Erwartungen lebe ich noch und mir geht es sogar einigermassen gut dabei. Natürlich ist es nicht der Brüller und ich rate jedem der es verhindern kann freiwillig hierher zu kommen. Um 6.30 wird man aus dem dann grade eingetretenen Halbschlaf gerissen, um 8 Uhr muss man mit Frühstück fertig sein, dann Visite 1 bis 3 , zwischendurch noch fix Physiotherapie und Punkt 12 Uhr ist Mittag. Für mich seit heute nicht mehr, da ich mein Essen immer verschenkt habe oder unberührt zurückgehen lassen habe. Ab morgen kommt nun hoffentlich nix mehr - ich habe es schlicht abbestellt denn es war undefinierbar genau das auf dem Teller was ich nicht essen darf, oder es war so ungenießbar, das auch der grüßte Hunger nix nützte.... ab heute bekomme ich ja auch wieder Morphiumtabletten statt intravenös, also ist mir eh schlecht und essen wird überbewertet.....
Das Personal ist supernett hier und ich vertreibe mir die Zeit mit stricken, spazierengehen und rumgammeln. So richtig viel Zeit habe ich ja eh nicht zwischen den einzelnen Verpflichtungen und nachts versuche ich zu dösen.... wären da nur nicht die doofen Kopfschmerzen.... ich werde es überstehen aber lustig ist wahrlich etwas anderes.....
Seit 1 Stunde bin ich zumindest für s Wochenende meinen Otto los, der mit einer Medikamentenpumpe und einem transportablen EKG Gerät versehen war und mit mir ständig verbunden rumgeschoben werden konnte. Mit Otto hat jeder Weg gleich 3 mal so lange gedauert und man fühlte sich nicht so alleine..... ich versuch jetzt mal ein bischen zu schlafen, denn gleich gibts Kaffee........

Freitag, 8. Juli 2011

noch 9 Tage to go.....

und das Haus stand unter Wasser – örgs.
Schon seit wir hier einzogen gluckerte es von Zeit zu Zeit aus den Tiefen der Ablaufsiele, 1 -2 mal waren auch die Klempner direkt nach unserem Einzug hier und habe gespült aber alles für ok befunden. Letztes Wochenende hatten wir ja mehrfach richtig schönen Platzregen und am Sonntag morgen roch es im Haus nach daulen Eiern. Ich als „Trüffelschwein“ rieche ja Dinge schon bevor es jemand anderes wahrnimmt und im Keller traf ich dann auf Wasser. Es war aus einem Ablauf im Trockenkeller hochgedrückt worden und müffelte. Fix ein paar Sachen zurechtgerückt, aufgewischt und den Rest der Brühe zurückgeschoben, da wo sie herkam. Draußen im Kellertreppenaufgang ist auch ein Gulli, dort nachgeschaut – alles bestens. Am Montag morgen dann roch es schon wieder so seltsam und ich ging volle böser Vorahnung mal wieder in den Keller. Ups, jetzt stand ich schon fast bis zu den Knöcheln im Wasser – zum Glück nur in dem Trockenkeller, der scheint etwas tiefer zu liegen.


Draußen im Treppenaufgang stand ein eklig stinkende Brühe schon bis zur ersten Stufe und wabberte so vor sich hin.

Kurz habe ich ans abhauen, weglaufen, ignorieren gedacht – mich dann aber entschieden ersteinmal in „Ruhe“ einen Kaffee zu trinken und nachzudenken.


Klempner angerufen, Handtücher rausgesucht, olle Croqs angezogen und den Tip des Klempners befolgt einmal ganz oben die Toilettenspülung zu betätigen. Das hätte ich lieber lassen sollen, den nun schoß das Wasser aus alle 3 Toiletten im Haus und flutete dieses fast komplett.


Es waren Ewigkeiten, bis es aufhörte. Ich war ziemlich hilflos und musste aber auch ob der völlig abwegigen Situation lachen. Der Klempner kam und war ähnlich fassungslos und kann sich das nicht erklären, verspricht mir aber so schnell wie möglich mit einem Spülwagen wiederzukommen. Ich habe dann sage und schreibe 4 ½ Stunden aufgewischt, gewrungen und


Waschmaschinenladungen Handtücher

gewaschen. Alle meine Schuhe, schön aufgereit im Flur waren voller Wasser, nur die Flip Flops schwammen oben…..


Inzwischen ist hier wieder Normalität eingekehrt, alle Handtücher sind gewaschen ( jetzt weiß ich auch, warum wir so viele Handtücher besitzen ) und alles ist blitzblank sauber bis in den hintersten Winkel. Der Spülwagen hat „rausgefunden“, das die Verstopfung wohl kurz vor der Küche saß. Aha, das hilft mir auch nicht wirklich weiter, aber anscheinend ist diese Erkenntnis wichtig für die Versicherung. Der Herr im Anzug war am Telefon ziemlich verzweifelt, und hat dann abends noch das Gäste WC aufgewischt. Nun muß er sich um den Versicherungskrempel kümmern, denn das Laminat muß hoch, evtl. erneuert, denn genau das ist es was ich nicht gebrauchen kann, als schwere Schimmelpilzallergikerin in Räumen wohnen wo es unter dem Laminat schön gammelt. Ich bin erstmal bedient, traurig, das mein Schrank unter aufgequollen ist und freue mich aufs „Schuhe shoppen „. Wenn das mal kein Trost ist !

Sonntag, 3. Juli 2011

schon Juli..............

und langsam tut sich etwas. Durch einige neue Medikamente dazu, einige weg, etwas weniger hiervon dafür etwas mehr davon scheint mein Asthma einigermaßen gezähmt, sodass ich ohne Schnaufen und ohne Pausen machen alle Stockwerke dieses Hauses emporklettern kann – sogar mit vollem Wäschekorb – wenn das mal kein Erfolg ist ! Wenn nun alle anderen Symptome genauso zu bekämpfen sind, könnte es theoretisch sein, dass ich vor meinem 70 ten Geburtstag frei von Zipperlein bin. Das wäre ja mal ein Ziel ! Bevor ich aber allzu euphorisch werde, bremse ich mich mal mit dem Gedanken an meinen Krankenhausbesuch am 18. Juli in Kiel. Dort werde ich zum Morphiumabsetzen hinfahren. Dauer so ca. 3 – 4 Wochen – örgs. Danach kann, darf ich dann kurz nach Hause um Wäsche zu wechseln um dann zur Schmerztherapie nach Bad Bramstedt in die Schmerzklinik zu gehen . Dauer 4 -6 Wochen. Noch mehr örgs. Je länger ich Zeit habe darüber nachzudenken umso blümeranter wird es mir, obwohl hier zu Hause im Moment auch nichts so ist, wie es sein sollte. Ich habe Respekt vor meinem Körper, der sich sicherlich wüst gegen diesen „Entzug“ wehren wird, Kostproben davon hatte ich ja schon, als ich mal nicht ganz in time die Pflaster wechselte. Ein recht unangenehmes Gefühl, das dann der Körper signalisiert – etwas zwischen fiesem Schmerzen und unkontrolierbaren Zuckungen begleitet mit schwerstem Muskelkater. Nicht schön das . Allerdings mit der Aussicht auf keine körperliche Abhängigkeit mehr davon ist es schon nur noch halb so schlimm. Zum Glück darf ich in beide Krankenhäuser das Läppi mitschleppen, sodaß ich mich ablenken bzw. beschäftigen kann.
Meine Zukunftspläne reifen auch immer mehr zu einem handfesten Konzept sodass es Zeit für mich wird endlich mal wieder einen klaren Kopf zu bekommen um anzufangen das alles umzusetzen. Vielleicht bin ich ja auch enttäuscht von dem Gefühl nach dem Absetzen, aber ich denke schlimmer als ewig vernebelt und wie betäubt durch die Gegend zu schleichen kann es nicht werden. Dann lieber Schmerzen überall, dafür aber die Birne frei. Ich bin ja sogar auch noch davon überzeugt, dass ich ohne das blöde Schmerzpflaster fast besser schlafe und auch länger. Seit fast 2 Jahren klebe ich nun und habe seitdem nie mehr als 3 Stunden am Stück schlafen können. Bin eigentlich permanent müde, könnte überall sofort einschlafen und Nachts liege ich hier recht tatenlos rum und quäle mich über die Zeit. Im Sommer empfinde ich das als nicht ganz so schlimm, da es um 4 Uhr ja schon wieder hell wird und die Vögel draußen Radau machen, aber noch so einen schlaflosen Winter möchte ich nicht erleben.
Meine „Marktproduktion“ stagniert in den Wochen allerdings, denn ich kann nicht glauben, dass ich eine Nähmaschine incl. allem anderen Drum und dran ins Krankenhaus mitnehmen darf. Also habe ich mir vorgenommen dort Socken zu stricken, Häkeln zu lernen und zu malen. An die 40 Bücher liegen hier auch schon bereit, denn sollte ich mein normales „wir sind in Urlaub“ – Lesetempo wiedererlangen dann reicht 1 Buch pro Tag kaum. Langweilig wird mir auf jeden Fall eher nicht. Hörbücher und Filme sind auf der externen Festplatte – zur Not helfe ich dort den Schwestern oder gehe bummeln…..
Bis zu meiner „Abreise“ habe ich hier noch einiges auf dem Zettel. Abgesehen dass ich von allen meinen Ärzten aktuelle Berichte benötige, steht noch ein Hausgroßputz und ein Gartentag an um hier alles Singletauglich zu machen. Während meiner Abwesenheit hat ja auch noch „mein Mann im Anzug“ Geburtstag. Vielleicht lassen wir das aus gegebenem Anlass ja mal ausfallen oder feiern nach…..
Die Tante in der Schweiz scheint gut versorgt im Moment und sie leidet keine allzu großen Schmerzen. Die Oldies sind unversehrt aus den Bergen heimgekehrt und erholen sich nun hier langsam. Frau Oldie wird leider immer „wirrer“ und erkennt plötzlich kein Gemüse mehr, bzw. behauptet noch niemals Lauch oder Zuccini gegessen bzw. gekocht zu haben. Schön wär´s ! Mit ekeligstem Porreeauflauf hat sie mir meine Kindheit verdorben… boa war der fies – kann verstehen, dass man das als eins der ersten Dinge aus seinem Gedächtnis verbannt.
Ich wünsche mir sehr, dass es noch ein paar Tage schön draußen wird, bevor ich für „Monate“ meinen Garten verlasse….

Donnerstag, 9. Juni 2011

My authentic japanese name is 松尾 Matsuo (tail of a pine tree) 幸子 Sachiko (child of fortune).
Take your real japanese name generator! today!
Created with Rum and Monkey's Name Generator Generator.



mh, sollte das bedeuten ich bin ein Glückskind mit dem Schwanz einer Pinie ??? Weia

Mittwoch, 25. Mai 2011

mein Leben ist ja soooooo


langweilig bzw. eintönig – sollte man meinen, denn wer seit über 3 ½ Jahren fast ausschließlich zu Hause ist und sich dort auch nur innerhalb von ca 40 qm bewegt kann ja nicht viel davon ( vom Leben ) haben. Ich schon ! Alleine meine Korrespondenz mit den Ämtern erreicht bald den Status ein Bestseller zu werden. Kann es denn sein, das der Dame vom Amt ( die, die nun für mich zuständig ist ) genau 9 Wochen nach Antragstellung einfällt, das genau noch 1 Unterschrift von mr auf einem der gefühlten 100 Formulare fehlt. AAAAAARRGGRRR. Da man sie , die Dame vom Amt, nur an einem ganz bestimmten Tag in ihrem Amt besuchen darf, und genau dieser Tag war diese Woche grade, schickt sie mir nun dieses Formular zu, ich unterschreibe und schicke es per Post wieder zurück. Nix E-Mail, nix Faxen, nix mit – da machen wir irgendwann einmal wenn Sie eh da sind. Nein, ich muss diese Unterschrift leisten, dann geht es weiter ! Seltsamerweise habe ich genau von diesem Formular keine Kopie gemacht. Ich wage zu behaupten, dass ich dieses Formular bei Antragstellung und auch sonst noch niemals gesehen habe. Naja – es ist ja auch ein lebenswichtiges Formular. Es geht darin um mein Vermögen. Doppeldreifachlooooooool. Isch habe gar kein Vermögen du dumme Kuh, sonst wäre ich ja nicht bei Dir aufm Amt sondern irgendwo mit einem schicken Leibarzt auf den Malediven, in Dubai zum shoppen oder in der Schweiz zum Sommerskifahren……ohne Worte

Dann kommt endlich ein Einweisungsschreiben vom Rheumadoc. Auf das hatte ich noch gewartet um endgültig meine „Bewerbungsunterlagen“ zur Schmerzklinik zu schaffen. Auch Fragebögen über Fragebögen, die mich manchmal an den Rand meiner Verzweiflung brachten, denn ich musste dort mein komplettes auf 6 Zeilen quetschen und dann auch noch die Rentenversicherungsnummer incl. Adresse, Telefonnummer und Sachbearbeiter. Also, erstmal kramen im Hirn, dann kramen in den Unterlagen immer schön im Wechsel. Nun, das fehlende Einweisungsschreiben kam, ich las es mir durch und innerlich fing ich zu kochen, denn überall wo Morphiumpflaster stehen sollte stand nun Steroide. AAAAAARRGGRRR …Der Obersuperdepp. Mein Kortison kann ich selber ausschleichen – und bin bereits dabei. Ich muss in die Schmerzklinik um das Morphin loszuwerden. Das wäre ja so, als wenn ich mich beim Schlachter in die Schlange stelle und nach einem Termin für waschen schneiden föhne frage wenn ich dran bin. Warum machen es mir alle Menschen im Moment so schwer mich mal auszuruhen, fallenlassen können und entspannt mal etwas zur inneren Ruhe zu kommen.

Die Oldies waren nun 14 Tage irgendwo in irgendwas – also zur Kur oder so. Nun sind sie wieder heim, aber nur für kurz, dann gehen bzw. fliegen sie in die Schweiz zu meiner Tante um sie bei ihrer Chemo zu unterstützen.

Seit ein paar Tagen habe ich einen komischen Bruselkopf und frage mich, was ich falsches gegessen habe oder was in der Luft rum fliegt und das mit meinem Kopf macht. Es fühlt sich an als sitze ich unter einer Glasglocke und da haut in regelmäßigem Abstand jemand drauf. Es gongt und vibriert dann zeimlich im Schädel und nimmt langsam ab. Kaum ist es vorbei schlägt er wieder zu. Seltsam ! Das kann man ja so kaum einem Arzt erklären, ich fürchte fast, es liegt an einem neuen Medikament, das ist allerdings am Wochenende fertig genommen, sodaß ich hoffe das mit dem Entsorgen der Packung dann auch der Mann mit dem Klopaufmeinemkopfrum Klöppel verschwindet.
Trotz herrlichem Sonnenschein werde ich mich nun an meine Nähmaschine begeben und etwas versuchen zu basteln. Ich hatte heute Nacht eine tolle Idee !

und dann war ja noch "Waschtag"...




Mittwoch, 27. April 2011

Booooaaaaaah............

was bin ich genervt von all dem Kate und Willy Gedöns. Obwohl ich ja gestehen muss dass ich z.B. die Anziehpuppen der Beiden schon recht skurril finde. In jeder Zeitung, jeder Fernsehsender, Radio und Wartezimmer - alles ist voll dieser - für uns unkönigliche Deutsche – gitzerglamourplüsch Geschichten und alle ( wirklich alle ? ) werden am Freitag vor dem Fernseher hocken, vor Rührung ein Tränchen vergießen und dem Spektakel virtuell beiwohnen. Heute ( Mittwoch ) fangen die ersten schon an vor Ort dort zu campen, um einen guten Platz zu ergattern. Gut, dass es nicht Dezember ist !

Und um dem unwichtigen noch unwichtigeres anzufügen möchte ich noch loswerden, dass das Osterfest hier in Ruhe und Gelassenheit verlebt wurde. Alles recht entspannt, selbst Schwiegermama regte mich nicht auf sondern saß lediglich auf der Terrasse und lobte mein Essen. Alles also im grünen Bereich. Grüner Bereich lässt mich gleich an eine profane Überleitung zum Thema Pollenallergie kommen. Ich leide – sehr ! Es fliegt wohl alles durch die Gegend was ich nicht mag, meine Schleimhäute sind dauergeschwollen und die Speise und Luftröhre lässt nur noch passieren was wirklich sein muss. Ätzend ! Meine Augen jucken, tränen und werfen Schleier auf alles lesbare, sodass lesen wegfällt. Jedenfalls viel lesen ! Nase läuft trotz 5 verschiedener angeblich dagegensteuernder Medikamente. Ich mag nicht darüber nachdenken wie es ohne wäre. Im 4 Stunden Rhythmus entstehen quaddelige Hautausschläge an den unterschiedlichsten Stellen, die dann aber auch wieder verschwinden. Seltsam. Mein Asthma habe ich ganz gut im Griff, ich keuche zwar – aber bis jetzt noch ohne Krankenhaus! Ein Erfolg – minimal aber immerhin. Das war doch alles früher nicht so....... oder ?

Es könnte sein, dass ich hier in Zukunft nicht mehr allzu viel zum Thema Amt schreiben muss. Es scheint alles so zu laufen wie ich das wollte. Es ist noch nicht reif zum freuen, aber auf dem Weg dahin……. Abwarten, dort geht die Uhr langsamer !

Krankenkasse wird wohl immer Thema bleiben. Der Anwalt macht, ich warte. Nun taucht aber ein neues „Problem“ auf, denn ich habe eine Einweisung ins Krankenhaus und die muss nun vorab von der Krankenkasse bewilligt werden. Grade habe ich mit der Klinik telefoniert, mindestens 6 Wochen Aufenthaltsdauer…muaahhhhh ! Eher wohl 8 Wochen. Ziel soll sein : Morphiumpflaster ausschleichen, neue Schmerzmeis testen und dann auf diese einstellen. Am liebsten würde ich das ganze auf September Oktober verschieben um hier meinen Garten noch zu genießen. 2 Monate Krankenhaus finde ich doch arg lang…ob ich da meine Nähmaschine mit hin nehmen darf ??? Eher nicht – oder ? Zum Glück ist diese Klink nur ca. 40 km von zu Hause entfernt, so dass ich wohl durchaus mal zum Wäschewaschen nach Hause fahren kann. Denn türlich nehme ich Smartie mit. Den brauche ich schon um dort meine Büchervorräte, Strickzeug, Malzeug und verträgliche Getränke zwischen zu lagern. Vielleicht auch die eine oder andere Zigarette und Tonnenweise Lakritze………


Planungen für einen Herbst- und einen Weihnachtsmarkt wurde am Wochenende gemacht. Leider hat meine Nähmaschine den Geist aufgegeben und näht nur noch dann wann sie will und nur noch gradeaus und das ist für meine Befindlichkeiten eindeutig zu wenig. Also muss eine neue robustere her - aber auch das Geld dafür. Örgs, wie soll denn das nun funktionieren.... Geld gibt es nur wenn ich genähtes verticke, aber nähen kann ich nu nicht mehr... doof das. Ich habe aber schon einen Plan.......
Heute ist es seit langem mal nicht so sonnig, dass man unbedingt draußen sein will und so fällt es mir besonders auf, wie sehr ich das alles hier drinnen in den letzten schönen Tagen vernachlässigt habe. Meine to do liste ist riesig und mir fehlt irgendwie der Anfang….. ich glaube ich mach gleich erstmal ein Mittagsschläfchen....